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Im Test: DF3000A-DN
16. Mai 2007, Quelle: www.security-installer.co.uk
Die DF3000A von Dallmeier auf dem Prüfstand – Wie die Experten des Security Installer die Kamera bewerten…

Videoüberwachungskameras werden zunehmend fachspezifischer – dieser Trend spiegelt sich deutlich im Bedienungshandbuch wider, welches man mit der DF3000A/DN Farb-Boxkamera von Dallmeier geliefert bekommt. Darin wird der gesamte Variantenreichtum dieser kompakten Tag/Nacht-Kamera behandelt, inklusive der so genannten – der Name weckt sogleich Interesse – „Casino Version“. Leider ergab sich keine Möglichkeit, das Kameramodell im vorgesehenen Einsatzbereich zu testen. Darüber hinaus haben wir uns die „Standard“-Version angesehen, wenngleich dies eine nur unzureichende Beschreibung eines tatsächlich sehr hoch entwickelten Gerätes ist.
Besonders stolz ist Dallmeier auf die firmeneigene Cam_inPIX® – Technologie, die wiederum auf dem DPS* (Digital Pixel System*) – Verfahren basiert. Allerdings ist uns auch nach wiederholtem Studium der Erklärung nach wie vor nicht klar, wie es genau funktioniert. (Zitat: „(…) die Bildinformation jedes einzelnen Pixels wird am Aufnahmepunkt digital konvertiert und optimal weiterverarbeitet.“) Wie dem auch sei, die Wiedergabe auf dem Monitor ist klar und deutlich, und dies besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Manuelle oder automatische Tag/Nacht-Umschaltung
Zu den handfesteren Eigenschaften zählt die manuelle oder automatische Tag/Nacht-Umschaltung mit einem servogesteuerten Infrarot-Filter, der sich im monochromen Nacht-Modus wegklappt. Des Weiteren ist die Kamera mit einer DC-gesteuerten, asphärischen Linse (2,8 - 8mm, F 0,95, andere Varianten optional erhältlich) ausgestattet. Der 1/3" CMOS Bildsensor verfügt über einen Darstellungsbereich von 720 x 540 Pixel, was laut Herstellerangaben eine Auflösung von 540 Zeilen ermöglicht, und arbeitet mit einer Lichtempfindlichkeit von bis zu 0,04 Lux (im Nacht-Modus).
Dazu kommt eine umfangreiche Liste mit Sekundärfunktionen. Der Videoausgang lässt sich auf PAL oder NTSC einstellen; die Kamera bietet automatischen und manuellen Weißabgleich, Gegenlichtkompensation, benutzerdefinierbare AGC, Gammakorrektur, Helligkeit, Slow Shutter, Schärfe, Farbsättigung, umschaltbaren Progressive Scan und eine Reihe von Werksvoreinstellungen.
Folgende Presets sind verfügbar: Universal (maximaler Dynamikbereich), Details 1 & 2 (optimiert für Szenen mit großem Kontrastumfang und starkem Gegenlicht), Innen/Schatten (verbesserte Detailschärfe in Schattenbereichen), Innen (optimiert für Szenen mittelgroßen Kontrastumfangs), Fluoreszierend (Innenbereiche mit geringem Kontrastumfang, Kompensation von Lichtflimmern), Schwaches Licht (schwaches Licht, sich langsam bewegende Objekte, variabler Slow Speed Shutter).
Übrigens, der Hauptunterschied zwischen dem Testmodell und der Casino-Version sind die Bildvoreinstellungen, welche wir der Vollständigkeit halber kurz nennen wollen: Poker Table (optimiert für die Unterscheidung zwischen roten und schwarzen Spielkarten), Gambling (zur Chip-Erkennung), Roulette (konfiguriert für die Beschriftung von Roulette-Rädern) und Slot Machine (zur Darstellung von Symbolen).
Ein Benutzer-Set und eine Texteinblendung der Kamerabezeichnung, sowie eine horizontale Spiegelung und ein digitaler Zoom (mit „virtueller" Schwenk- und Neigesteuerung) runden das Funktionsangebot ab.
Die verschiedenen Kameraeinstellungen werden über ein Bildschirmmenü ausgewählt und über zwei Schalter konfiguriert. Es besteht auch die Möglichkeit der Fernkonfiguration über eine kundenspezifische, zwischengeschaltete UTC-Steuereinheit oder einen kompatiblen Digitalen Video Recorder von Dallmeier.
Das verwendete Objektiv hat eine CS-Fassung und wird üblicherweise an der Gewindeschelle an der Vorderseite der Kamera befestigt.
Ansonsten fällt dem Betrachter, abgesehen von der sehr geringen Größe (das Gehäuse misst lediglich 45x45x108mm), an der Außenhülle der Kamera nicht viel auf. Außer vielleicht die standardmäßig verwendeten 1/4" Montagesockeln auf der Ober- und Unterseite der Kamera.
Auf der Kamera-Rückseite befindet sich die Buchse für einen Steckverbinder mit Bajonet-Verschluss, eine 4-Pin-Standardbuchse für das Auto-Iris Objektiv, ein Schraub-Anschluss für die 12 Volt DC/24 V AC Netzteil-Verbindung und zwei Schalter (bzw. ein Schalter und ein kleiner Joystick zur Navigation durch die Bildschirmmenüs). Eine blaue LED-Anzeige dient der Visualisierung der Betriebsspannung. Der interessant wirkende 5-Pin-Anschluss, genannt RS232, ist inaktiv.
Im Inneren des Gehäuses, ein im Strangpressverfahren hergestelltes Metall-Rechteck mit zwei Plastik-Endstücken, befinden sich vorne und hinten zwei Leiterplatten, die durch ein Flachkabel verbunden sind.
Die Verarbeitungsqualität erscheint sehr hochwertig; wir hatten allerdings eine kleine technische Schwierigkeit mit unserem Exemplar - dazu gleich mehr.
Setup und Betrieb
Sobald die Einstellungen des Rück- und Haupt-Fokus am Objektiv und alle notwendigen Einstellungen zur Ferne und Bildweite getan sind (aufgrund der geringen Größe braucht man etwas Fingerspitzengefühl), sehen wir uns das Setup-Menü an. Es erscheint, wenn der Eingabeknopf auf der Rückseite der Kamera mindestens 2 Sekunden lang gedrückt wird.
Der erste Menüschirm bietet vier Optionen: Presets, Basisfunktionen, Bildfunktionen, und Save/Exit. Wählt man den Menüpunkt `Presets´, öffnet sich ein Untermenü mit Optionen für die vorher genannten Bildvoreinstellungen. Außerdem lassen sich noch Einstellungen an der Helligkeit, der Gammakorrektur, Schärfe, Farbsättigung und an der Aufrechnung des Weißabgleichs vornehmen. (Die Casino-Version verfügt zudem noch über extra Optionen für Range Bias und Gain Limit.)
Das Menü `Basisfunktionen´ beinhaltet folgende Punkte: Kamera ID-Setup (einzeilig, acht Zeichen), ID-Position, CCTV System (PAL oder NTSC), Horizontale Spiegelung, Objektivsteuerung (automatisch DC-gesteuert oder manuelle Iris), Farbwiedergabe (Ein/Aus), Tag/Nacht-Setup.
Die letztgenannte Funktion öffnet ein Menü zur Umschaltung in den Nacht-Modus und erlaubt die die Festlegung des maximalen Gain Limits.
Die Bildfunktionen umfassen Progressive Scan (Ein/Aus – für verbesserte Auflösung, allerdings nur in Situationen mit feststehenden oder sich sehr langsam bewegenden Objekten), Gegenlicht (Ein/Aus, benutzerdefiniert), Digitaler Zoom (Ein/Aus, Schwenk-/Neigesteuerung) und Weißabgleich (automatisch, Auto-Verfolgung, WB-Aufrechnung)
Zu guter Letzt noch ein Blick auf den Menüpunkt `Save/Exit´, der es dem Benutzer erlaubt, Änderungen zu speichern oder die Werkseinstellungen zu laden.
Das Gros der Menüoptionen ist zumeist intuitiv und die Einstellungen lassen sich einfach vornehmen. Man sollte an dieser Stelle jedoch bedenken, dass, sofern keine Fernsteuerung oder ein Digitaler Video Recorder zu Positionierung der Kamera verwendet wird, die manuelle Einstellung über die Knöpfe auf der Rückseite zu einer recht kniffligen Sache wird.
Betriebsverhalten
Was auch immer der Beitrag der verschiedenen, blumig betitelten Funktionserweiterungen im Einzelnen sein mag, im Ergebnis bietet das Produkt ein kristallklares, deutliches Bild mit hohem Detailreichtum - und dies bei einer Auflösung, die nahe an die Herstellerangaben heranreicht.
Dank der Vielzahl an werkseitigen Bildeinstellungen bewältigt die Kamera problemlos extreme und sich ständig verändernde Lichtverhältnisse.
Das eigentliche Highlight ist jedoch die breite Palette an manuellen Einstellungen und Eingriffsmöglichkeiten, die es der Kamera ermöglichen, mit nahezu jeder denkbaren Situation fertig zu werden.
Der Betrieb bei schwachem Licht (Nacht-Modus) funktioniert einwandfrei und das Modell hebt sich dabei im Vergleich zu anderen Low Light-Kameras des gleichen Preissegments positiv ab. Die Kamera liefert scharfe und helle Bilder bei beinahe völliger Dunkelheit.
Der Umschaltpunkt von Tag- auf Nacht-Modus erschien uns eine Idee zu früh gewählt und der Servomotor ist relativ geräuschvoll. Dies sind allerdings, verglichen mit den insgesamt äußerst beeindruckenden Leistungsmerkmalen, nur sehr geringfügige Kritikpunkte.
So weit so gut also. Unser Kameraexemplar hatte allerdings doch noch eine kleine Überraschung für uns in petto: Nach zwei Tagen Dauerbetrieb – noch bevor wir Gelegenheit dazu hatten, die Kamera mit dem Gummihammer bekannt zu machen – schaltete das On-Screen Display ab und wir hatten keine Möglichkeit mehr, das Menü über die rückseitigen Bedienelemente aufzurufen.
Glücklicherweise scheint die Kamera ausfallsicher zu sein. Alle von uns veränderten Einstellungen blieben erhalten, und so hätte der Ausfall im normalen Betrieb keine schwerwiegenden Folgen gehabt.
Nach der Verarbeitungsqualität zu urteilen, sind wir ziemlich sicher, dass es sich hierbei um eine einmalige Störung handelte.






